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Saitenweise. . . . . . . . . . .31. Dezember 1999 . . . . . . . . . . Nummer 8

Artes Iuventutis

Thörl 1999 factbox

Stroh zu Gold spinnen
Die Kammermusiktage Thörl 1999. Es ist für alle Beteiligten immer wieder ein kleines Wunder, wie aus noch rohem Notenmaterial letztendlich Kammermusik entsteht. von Monika Huber

Das Erlebnis Musik, den Umgang damit und die Wirkung von gemeinschaftlichem Musizieren kann man nur schr schwert in Worte fassen. Wochenenden, die man, isoliert vom Alltag, auf einem Bergbauernhof verbringt, um endlich, endlich den Knopf in den Fingern (oder Ohren, je nachdem) zu lösen und ein Stück so lebendig wie möglich zu machen, kann man schon gar nicht beschreiben.

Wozu also viele Geschichten machen um die Stimmung in einem Haus, das einer weih-nachtlichen Milka-Werbung entsprungen zu sein scheint, weiche Schaf-fellager, (im Frühling Fliegen an den Fenstern), herrliche Mahlzeiten an einem riesigen Tisch, Teepausen (ein Dank an die Küche!), Nachtspaziergänge (gell, Peter!), Unmengen von meist motorisiert unüberwindbaren Massen an Schnee, diametral entgegengesetzte Aussagen über die Interpretation gleicher Passagen der Stücke, die es zu vereinen gilt und natürlich bis in die Nacht hinein Musik, daß man öfters vor lauter Noten die Noten nicht mehr lesen konnte?

...oder würden Sie 15 jungen Musikern Ihr Haus überlassen?

Zum Schluß dieser “Ära Distlerhof” möchte ich, nein muß ich geradezu der Familie Slezak ein herzliches Dankeschön für das Engagement und den Mut (Oder würden Sie 15 jungen Leuten, noch dazu Musikern, so mir nichts, dir nichts ihr Haus überlassen?) aussprechen, jungen Menschen eine Möglichkeit zu geben musikalische Projekte in diesem Rahmen zu realisieren.

Damit reiche ich das Lob sofort weiter an die Dozenten, die ihre Wochenenden zur Verfügung stellen, oft eine weite Anreise auf sich nehmen um dann ihre pädagogischen Fähigkeiten auszupacken und zwei Tage so effektiv wie möglich zu arbeiten, damit den Ensembles auch in der folgenden Übungszeit nicht fad wird ...

An dieser Stelle sei auch gesagt, daß die Kammermusiktage eines der aufwendigsten Projekte von Artes Iuventutis sind. Es gilt an 3 Wochenenden alle Ensembles, ein Team von Dozenten, Betreuern, Verpflegung und Instrumente zu mobilisieren und, an dem Ort des Geschehens angekommen, auch alle zur Arbeit zu motivieren. In diesen Tagen werden Unmögliches, Naturereignisse und Ausfälle der Dozenten sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger... ¨


Kammermusiktage Thörl factbox...

Für all jene, die sich durch den Artikel bis hierher tapfer durchgekämpft haben, nicht mit dabei waren (selber schuld!), und das alles versäumt haben (vielleicht klappt es ja nächstes Jahr?) gibt es noch den, vielleicht etwas verständlicheren Factteil:

Unter der altbewährten Projektteamleitung von Florian Wilscher wagten sich heuer 3 Ensembles in unterschiedlicher Besetzung auf den “Distlerhof”.

1. Klarinettentrio: Theresia Schmidinger (Klar), Lisi Tobler (Vlc), Martin Kopecny (Kl)

2. Klaviertrio: Ulrike Amann (Vl), Susanne Roczek (Vlc), Monika Huber (Kl)

3. Streichtrio: Eva-Maria Küberl (Vl), Julia Kathan (Va.), Severin Wilscher (Vlc)

An den Unterrichtswochenenden, die da waren 9./10. Jänner 1999; 6./7. März1999 und 1./2. Mai 1999 gab es ein breites Angebot an Dozenten:

Florian Wilscher (Vl)
Peter Puskas (Klavier)
Bernhard Pfaffelmeier (Klar)
Uta Derschmidt (Vl)
Mag. Ulrike Engel (Vl)
Florian Berner (Vlc)
Alexsandar Timotic (Vlc)
Franziska Singer (Klar.)

Auf dem Programm standen v. a. Werke aus Klassik & Romantik, hier im Detail:

J. Haydn (1732-1809) Divertimento Nr.8 in B-Dur Hob. V:8 (Streichtrio)

L. v. Beethoven (1770-1827) Trio in c-moll op.9/3 (Streichtrio)

L.v. Beethoven Trio in c-moll op.1/3 (Klaviertrio)

J. Brahms (1833-1897) Trio in a-moll op.114 (Klarinette, Violoncello, Klavier)

Die Präsentationsmöglichkeiten der Ergebnisse, also die Konzerte, fanden (wenn auch nur von wenigen und wenn, dann von Verwandten besucht) wie gewohnt am Ort des Wirkens (Steiermark), Wien und NÖ statt.

2. Mai 1999 in Thörl/Stmk.
15.Mai 1999 in Edlitz/Nö
16. Mai 1999 in der Bibliothek des Piaristengymnasiums/Wien


Wir verabschieden uns von Distlerhof.....

...und präsentieren unsere neue "Heimat" in Reichenau an der Rax.


made by W. G., 01.02.2000